Während die Europäische Kommission über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) berät, forderten Vertreter aus 59 europäischen Regionen (in 20 Ländern) größere Anerkennung für ländliche Regionen innerhalb eines modernen Europas ein.
Mehr als 90 % des Territoriums der erweiterten EU sind ländliche Regionen, und doch hat die etablierte Wirtschaftspolitik oft urbane Zentren vor ländlichen Gemeinschaften favorisiert. Diese Regionen stehen nun vor ernsthaften Herausforderungen, die nur dadurch gemeistert werden können, dass strukturelle Veränderungen mit der Hilfe der EU und der Mitgliedsstaaten eingeführt werden' sagte VRE Generalsekretär Herr Klaus Klipp heute.
Zu diesen Herausforderungen zählen der Rückgang der Emigration, Bevölkerungsalterung, niedrigere Qualifikationen und Arbeitsproduktivität, Isolation, Mangel an Infrastruktur und Schwierigkeiten, grundlegende öffentliche Dienstleistungen anzubieten.
Auf der heutigen Konferenz, die von der VRE gemeinsam mit der norwegischen Region Oppland abgehalten wird, wurden eine Reihe von Empfehlungen für die zukünftige Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums verabschiedet. Gleichzeitig wurden innovative Ansätze untersucht, mit denen ländliche Regionen ihre Wirtschaft diversifizieren und weiter entwickeln können.
Die von allen 180 Konferenzteilnehmern angenommenen Empfehlungen basiert auf dem Prinzip, dass die ländliche Dimension in allen EU-Politikbereichen aufgenommen werden soll. Die EU-Kohäsionspolitik und die Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums sollten in einem Dokument zusammengefasst werden, indem den nachhaltigen Stadt-Land-Beziehungen größere Bedeutung zukommen soll.
Herr Neil Parish (MdEP), Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im Europäischen Parlament, sagte: Ich denke, dass die größte Herausforderung für die Reform der GAP darin liegt, dass das Geld, welches für die allgemeine Unterstützung der Landwirtschaft bereitgestellt wurde, nun zur Entwicklung des ländlichen Raumes benutzt wird. Wobei sichergestellt werden sollte, dass wir eine praktische Politik anwenden, um das ländliche Umfeld zu unterstützen und die ländliche Wirtschaft ins Rollen zu bringen.'
Die Empfehlungen fordern außerdem mehr EU-Förderung für ländliche Entwicklung und, insbesondere für Projekte zur Unterstützung innovativer Dienstleistungen, Infrastruktur, neue Informations- und Kommunikationstechnologien, Unternehmertum und Tourismus.
Der komplette Text der Konferenzempfehlungen (Entwurfsversion), stehen nun auf der VRE-Website zur Verfügung:
www.aer.eu/events/regional-policies-committee/2008/conference-rural-development.html
Die endgültige Fassung der verabschiedeten Empfehlungen wird ab 3. März 2008 unter der gleichen Adresse veröffentlicht.
Die heutige Konferenz befasste sich auch damit, wie ländliche Regionen innovative Ansätze nutzen können, um ihre Wirtschaft zu regenerieren und variieren. Regionale Politiker und Mitarbeiter der Regionalverwaltungen tauschten sich außerdem zu Möglichkeiten der touristischen Entwicklung, von Zweitwohnsitzen im ländlichen Raum und den Potentialen regionaler Flughäfen aus. Eine Reihe von guten Beispielen aus ländlichen Gebieten sind im Anhang der Empfehlungen (siehe Link oben) zu finden.
Andere Sprecher der heutigen Konferenz waren:
Herr Søeren Kissmeyer-Nielsen, Abteilungsleiter, verantwortlich für ländliche Entwicklung, Generaldirektion für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Europäische Kommission;
Herr Dr. Josef Martinz, Agrarlandesrat von Kärnten (A);
Herr Jean-Paul Denanot, Präsident der Region Limousin (F);
Herr Aksel Hagen, Regionalrat von Oppland and Vorsitzender der VRE Arbeitsgruppe zur ländlichen Entwicklung;
Herr Dr. Jiri Vagner, Karlsuniversität Prag (CZ);
Herr Dr. Manfred Perlik, Eidgenössische Technische Hochschule (ETHZ), Institut für Raum- und Landschaftsplanung, Zürich (CH).
Die Versammlung der Regionen Europas (VRE) ist das unabhängige Netzwerk der Regionen in ganz Europa. Mit mehr als 260 Regionen aus 33 Ländern und 13 interregionalen Organisationen, ist sie die politische Stimme ihrer Mitglieder und ein Forum für interregionale Kooperation.
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