2006Kultur
Valencian region 
2006 
GMO-II 
Pressemitteilung, 02 Juni 2006

„Bildung oder Ausbildung? – Der Lissabon-Prozess und die europäische Seele“

 

„Bildung oder Ausbildung? – Der Lissabon-Prozess und die europäische Seele' hieß der Vortrag von Landesrätin Johanna Mikl-Leitner aus Niederösterreich, den die Präsidentin der Kommission Kultur, Erziehung/Ausbildung, Medien/Informationstechnologie, Jugend und Sport der Versammlung der Regionen Europas (VRE) am 25. Mai 2006 in Pécs, Hauptstadt des ungarischen Komitates Baranya, hielt. Mitgliedskomitat Baranya hatte zur internationalen Konferenz „Europas Zukunft – Die Kultur der Zukunft' in die zukünftige europäische Kulturhauptstadt von 2010 geladen.

Über 100 Persönlichkeiten aus Kulturpolitik und Kulturmanagement aus Ungarn, Österreich, Rumänien, Slowakische Republik, Republik Serbien, der Bundesrepublik Deutschland und Norwegen nahmen als Vortragende und Diskutierende an der Konferenz teil, die besonders den Begriff der „kulturellen Region' betonte.

Kommissionspräsidentin Mikl-Leitner nutzte den Zusammenhang zwischen Kultur und Bildung, um an die Regionen zu appellieren, dass über der Ausbildung zu mehr Wirtschaftsbewusstsein nicht die europäische Bildung verloren geht. „Wir leben nicht nur in einem grenzenlosen Europa, sondern in einer grenzenlosen Welt. Es ist richtig, dass junge Menschen früher als bisher auch Wirtschaftskompetenz lernen müssen', meinte die Regionalministerin Mikl-Leitner, die auch für Jugendangelegenheiten zuständig ist. „Aber ich sehe nicht ein, dass kulturelle Kompetenz, das Wissen über unsere Herkunft, unsere Traditionen und Werte deshalb über Bord geworfen werden müssen.'

Der Lissabon-Prozess ist in eine Atmosphäre eingebettet, in der sogar die Bildung der Logik des Marktes unterworfen wird. Die Gefahr entsteht, dass Kultur- und Geisteswissenschaften in den Ruf des „Unnützen' geraten.

Mikl-Leitner erinnerte dagegen an die Bedeutung der Kulturwissenschaften für die Erhaltung des kulturellen Erbes, die auf vielfältige Weise Arbeit schafft und Wirtschaftsfaktor ist. Das Schlimmste, das Europa passieren kann, ist, wenn kulturelle Bildung aufhört, ein Wert zu sein. Wenn lebenslanges Lernen gefordert wird, kann die Vorbereitung darauf nur eine breite Ausbildung im jugendlichen Alter sein.

An die Adresse der Wirtschaft richtete Johanna Mikl-Leitner den Appell, dass Kreativität und die Fähigkeit, multiple Lösungsansätze zu finden, Merkmale der künstlerischen Fertigkeit sind und zugleich Voraussetzungen einer innovativen Wirtschaft.



Die Versammlung der Regionen Europas/VRE ist die  politische Organisation der Regionen Europas und ihr Sprecher in Europa und international. Ihre Aufgabe: die Interessen der Regionen bei politischen Entscheidungen verteidigen und die Zusammenarbeit  zwischen den Regionen entwickeln. Mitglieder sind 255 Regionen aus 30 europäischen Staaten, sowie 13  interregionale Organisationen.

VRE Kontakt: Doris Materne, Assistentin der Kommission "Kultur, Erziehung/Bildung, Jugend"
Tel: +33 (0)3 88 22 74 43 - Fax: +33 (0)3 88 75 67 19 - @: d.materne@a-e-r.org - www.a-e-r.org

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